Donnerstag, 19. Dezember 2013

Multitasking - Wenn gut gemeintes Engagement zur Effizienzfalle wird

Foto: Doreen Lauterbach/pixelio.de


Der Begriff "Multitasking" stammt ursprünglich aus der Informatik und drückt die Fähigkeit eines Betriebssystems aus, mehrere Tasks parallel auszuführen. Inzwischen verwenden wir den Begriff hauptsächlich, um die Fähigkeit von Arbeitnehmern zu beschreiben, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen - also z.B. ein Telefonat zu führen und gleichzeitig mit einem Kollegen zu sprechen und eine E-Mail zu schreiben. Multitasking wird nach wie vor in vielen Stellenanzeigen als wünschenswerte Anforderung an den gesuchten Mitarbeiter formuliert.

Doch wir alle wissen, dass auch Betriebssysteme gerne mal streiken und "sich aufhängen", wenn sie zu viele Tasks gleichzeitig zu bearbeiten haben. Hinzu kommt, dass der Arbeitnehmer eben ein Mensch und kein Betriebssystem ist.

Schon seit mehreren Jahren kommen unterschiedliche Untersuchungen daher immer zum gleichen Ergebnis: Multitasking ist Unsinn, weil ineffizient. Wer drei Aufgaben gleichzeitig erledigt, macht eben keine davon richtig gut, sondern reißt alle nur oberflächlich an. Es ist mittlerweile nachgewiesen, dass Multitasking zu einer höheren Fehlerhäufigkeit führt.

Sei's drum, denkt sich da vielleicht mancher, bei uns im Büro ist Multitasking eben erwünscht, und die Qualität der Arbeit spielt eh eine untergeordnete Rolle. Doch selbst dann sollte man sein Arbeitsverhalten überdenken.

Denn Multitasking produziert nicht nur schlechte Ergebnisse, sondern kann auch noch krank machen. Wissenschaftler warnen, dass Multitasker gereizter, aggressiver und gestresster sind und daher auch in der Freizeit schlechter abschalten können. Auch der Schlaf leidet. Dies alles kann zu Erkrankungen und im schlimmsten Fall zum Burn-out führen.

Was also tun? Die Ratschläge klingen simpel - die Kunst ist es eher, sich auch diszipliniert daran zu halten. Um Störungen durch Kollegen zu kanalisieren, sollte man im Team feste Besprechungszeiten vereinbaren bzw. Zeiträume, in denen auf keinen Fall gestört werden darf. Das E-Mail-Programm kann zwischendrin auch mal eine Stunde lang geschlossen werden, ohne dass die Welt untergeht - das ist Gold wert, wenn man konzentriert an einer anspruchsvollen Aufgabe arbeiten möchte. Und auch bei Telefon und Handy gibt es Anrufbeantworter und Mailbox, die man durchaus nutzen darf und sollte.

Samstag, 30. November 2013

Wie die heutige Generation der Berufsanfänger so manchen Personalchef zur Verzweiflung treibt...

Foto: Peter Smola/pixelio.de


Für die Personalchefs in vielen Unternehmen sind ungemütliche Zeiten angebrochen: Einer Untersuchung der Hochschule Koblenz zufolge unterscheiden sich die heutigen Berufsanfänger deutlich von denen der letzten Jahrzehnte - man spricht von der Generation Y, auch weil "Y" und "why?" - also "warum?" - auf Englisch gleich ausgesprochen werden.

Früher genügte es oft, mit einem passablen Einstiegsgehalt, ein paar Extras wie der Aussicht auf einen Bonus und einen Firmenwagen sowie Perspektiven auf einen raschen Aufstieg in der Unternehmenshierarchie zu winken, und die künftigen Mitarbeiter waren sofort auf Linie.


Doch in den letzten zwanzig Jahren sind viele Gewissheiten von früher zerbrochen. Die heutigen Mittzwanziger haben bei Eltern und Verwandten oft hautnah erlebt, wie langjährige und verdiente Mitarbeiter von heute auf morgen ausgetauscht werden, Gehälter faktisch gesunken sind, Extras gestrichen wurden und sich der Druck gleichzeitig erhöht hat. Und sie haben auch erlebt, was dies für das private Umfeld bedeuten kann - berufliche Probleme sind oft ein Auslöser und Katalysator von Trennungen und Scheidungen, von gesundheitlichen Beeinträchtigungen ganz zu schweigen. Daher fragen sie sich zurecht "Warum?" und stellen laut der Untersuchung der Hochschule Konstanz die Karriere hinten an: Eine ausgewogene Work-Life-Balance, eine stabile Partnerschaft und eigener Nachwuchs sind ihnen wichtiger.


Problematisch ist dies insbesondere in Branchen wie dem Sozialwesen, der Hotellerie/Gastronomie und dem Handwerk, die ohnehin mit Fach- und Führungskräftemangel kämpfen, oder in weniger bekannten mittelständischen Unternehmen auf dem flachen Land, die als "uncool" empfunden werden. Dabei können gerade diese kleineren Betriebe aus der Not eine Tugend machen, indem sie auf die Wünsche ihrer künftigen Mitarbeiter eingehen: Home Office, flexible Arbeitszeiten, Kinderbetreuung vor Ort, ein kurzer Dienstweg und ein freundliches Miteinander in einem vertrauten und überschaubaren Kollegium.


In meiner Beratungspraxis erlebe ich, dass es durchaus noch den klassischen Karrieretypen gibt, dem bereits von seinem Abitur klar ist, dass es nach einem betriebswirtschaftlich orientierten Studium durchstarten will, viel Geld und ein teures Auto besitzen möchte - und natürlich ein Haus mit der Familie dazu. Erstaunlich viele aber, und gerade die, die schon im Berufsleben (oder kurz davor) stehen, äußern ganz klar, dass der Job zwar zum Leben reichen soll, dass Partnerschaft, Familie und persönliches Lebensglück aber eindeutig Vorrang haben. Die Generation Y - es gibt sie also tatsächlich, und die Personalabteilungen werden sich darauf einstellen müssen.

Sonntag, 3. November 2013

Persönlichkeitstests in der Orientierungsberatung

Foto: Barbara Eckholdt / pixelio.de

Im Internet findet man viele standardisierte Eignungstests zur Berufswahl, auch einige Institutionen verwenden solche Tests. Als Ergebnis werden nicht selten konkrete Berufsbilder vorgeschlagen, die bei den Beteiligten Verwunderung oder Verärgerung hervorrufen.

Auf Wunsch und wenn es sinnvoll ist, verwende ich in meiner Orientierungsberatung ebenfalls Persönlichkeitstest, wobei sich diese stark von den oben genannten unterscheiden. Die von mir verwendeten Tests sind kreativ angelegt und seit vielen Jahrzehnten bewährt. Sie liefern Ergebnisse darüber, welche Art von Tätigkeit, Umfeld und Position die Person im beruflichen Umfeld anstreben sollte, um langfristig zufrieden und erfolgreich sein zu können.

Sprechen Sie mich bei Interesse gerne an, um mehr zu erfahren.

Sonntag, 29. September 2013

Der richtige Zeitpunkt der Kündigung

Foto: Thorben Wengert / pixelio.de

Ein aktueller Artikel in der Süddeutschen Zeitung befasst sich mit dem richtigen Zeitpunkt der Kündigung: Einfach hinschmeißen und dann neu orientieren, oder durchhalten, bis man eine neue Stelle gefunden hat? Es wird eher davor gewarnt, ohne Anschlussbeschäftigung in die vorläufige Arbeitslosigkeit zu gehen, da die finanziellen und psychischen Auswirkungen ebenso belastend wie eine unbefriedigende Jobsituation sein können.

Aus meiner täglichen Beratung heraus würde ich den Sachverhalt etwas differenzierter sehen: Auch ich würde davon abraten, ohne Plan B und aus einer reinen Panik heraus zu kündigen. Andererseits muss zum Zeitpunkt der Kündigung nicht unbedingt schon alles "in trockenen Tüchern" sein. Denn eine Kündigung kann auch Energien freisetzen und Türen öffnen, die vorher verschlossen waren, weil die ganze Aufmerksamkeit und Kraft in einen Job investiert wurden, denn man ohnehin nicht mehr machen wollte.

Eine klare Strategie sollte man jedoch auf jeden Fall schon in der Tasche haben, wenn man das Arbeitsverhältnis beendet. Und hinsichtlich dieser Strategie berate und unterstütze ich Sie gerne.