Sonntag, 13. April 2014

"Wir müssen leider draußen bleiben" - Warum es immer schwieriger wird, einen geeigneten Studienplatz zu bekommen

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Lange Zeit wurde darüber geklagt, dass das deutsche Bildungssystem nicht genügend Akademiker hervorbringen würde. Doch mittlerweile ist die Trendwende da, und die Folgen sind nicht mehr zu übersehen: Deutlich über die Hälfte eines Jahrgangs verlässt die Schule heute mit dem Abitur, und meist mit dem Ziel, danach ein Studium aufzunehmen.

Was zunächst positiv klingt, führt zu allerlei Problemen: Unternehmen finden nicht mehr genügend Auszubildende und können sie oft nicht lange halten. Hochschulen ächzen unter dem wachsenden Zulauf und fragen sich, wie sie die Qualität der Ausbildung sichern können. Und Abiturienten wundern sich zunehmend, wenn sie mit dem Abschlusszeugnis in der Hand auf die Suche nach einem Studienplatz gehen.

Denn was viele bis zum Ende der Schulzeit nicht realisieren: Selbst ein gutes Abitur berechtigt nicht automatisch zum Wunsch-Studienplatz am Wunsch-Studienort. Und bei einem mittelmäßigen Notenschnitt wird die Auswahl der offen stehenden Studienmöglichkeiten auf einmal erschreckend überschaubar.

Fast die Hälfte aller Studiengänge an deutschen Hochschulen sind mittlerweile mit einem "Numerus Clausus" belegt, und der ist nicht selten happig. BWL an der Hochschule München: 1,6. Jura an der Uni Köln: 1,8. Psychologie an der LMU in München: 1,2. Und selbst Soziale Arbeit an vielen Hochschulen im Einser-Bereich.

Übrigens lässt sich erkennen, dass die Zulassungsbeschränkungen im Durchschnitt an den Fachhochschulen strenger als an den Universitäten sind, und dass inbesondere attraktive Wohnorte wie die westdeutschen Metropolen sehr überlaufen sind.

Wer also trotz eines nicht überragenden Notendurchschnitts im Abitur ein Studium aufnehmen möchte, das interessant ist, zur eigenen Persönlichkeit passt und das gute Zukunftsaussichten bietet, muss kreativ und flexibel sein: Flexibel, was Studienort und Hochschule betrifft, und kreativ, was die Suche nach einem Studiengang betrifft, der vielleicht weniger bekannt und daher nicht so überlaufen als "der große Bruder" ist, der aber genauso zum Ziel führt.