Montag, 12. Mai 2014

Berufliche Neuorientierung: Wunschtraum oder Realität?

Rainer Sturm  / pixelio.de

Am Ende des Urlaubs kommt der Frust: Nur noch wenige Tage, und dann geht man jeden Morgen wieder in dasselbe Büro, trifft dieselben Kollegen, befolgt die Anweisungen desselben Chefs und erledigt die immer gleichen Aufgaben. Wäre es nicht toll, ein Hotel zu eröffnen? Durch die Welt zu reisen und Armen und Benachteiligten zu helfen? Luxusimmobilien an reiche Kunden zu vermitteln?

In den Medien sieht, hört und liest man dann von spektakulären Fällen der beruflichen Neuorientierung: Angie Sebrich, ehemals Kommunikationsdirektorin von MTV, die ihren glamourösen Job aufgegeben hat und nun Jugendherbergsmutter in den bayerischen Alpen ist. Oder Dr. Markus Studer, Oberarzt für Herzchirurgie, der mit Mitte Fünfzig den LKW-Führerschein nachgeholt hat und anschließend am Steuer eines Brummis Speiseöle durch Europa karrte.

Das Gefühl drängt sich auf: Sich beruflich neu orientieren, das können nur die anderen. Die Überflieger. Man selbst geht also wieder in sein Büro zurück und arrangiert sich mit den Umständen. So schlimm ist es dort ja gar nicht, warum also ein Risiko eingehen? Und wer weiß, ob sich am Ende der ganze Aufwand lohnen würde?

Der Aufwand lohnt sich auf jeden Fall immer dann, wenn die innere Stimme regelmäßig und klar nach Veränderung ruft. Und beruflich neu orientieren kann sich jeder. Im Beratungsalltag sind die Wünsche jedoch häufig weniger spektakulär als es uns in den Medien vermittelt wird. Was eine gute Nachricht ist, denn realistische Veränderungswünsche lassen sich auch einfacher umsetzen.

Manche konnten nach der Schule kein Studium absolvieren und möchten dies nun endlich nachholen. Andere wurden von ihren Eltern in einen kaufmännischen Beruf gedrängt, wollten sich aber eigentlich schon immer sozial betätigen. Auch wer erfolgreich im Beruf ist, ist nicht immer automatisch glücklich mit seiner Situation.

Wer sich in diesen Zeilen wiedererkennt, sollte im ersten Schritt eine Bestandsaufnahme machen und seinen Veränderungswunsch konkretisieren. Anschließend wird ein Ziel definiert und die Strategie zur Zielerreichung ausgearbeitet - in dieser Phase ist es sinnvoll, sich kompetente Beratung von außen zu sichern. Der dritte und letzte Schritt ist dann die Umsetzung des definierten Weges. Auf diese Art und Weise kann jeder im Rahmen seiner Wünsche und seiner Möglichkeiten neuen Schwung in die berufliche Laufbahn bringen und sich weiterentwickeln.